Was ist Datenwirtschaft?

Datenwirtschaft, also der Umgang mit digitalen Dienstleistungen und digitalem Datenfluss, wird immer wichtiger in der heutigen Zeit. Daten werden auch als die Rohstoffe des digitalen Zeitalters für wirtschaftliche Wertschöpfung bezeichnet. Für denjenigen, der sich damit noch nie befasst hat, stellt sich die Frage, wie Daten denn ein Wirtschaftsfaktor sein können. Genau genommen sollte man doch meinen, dass man den Begriff der „Digitalen Daten“ anhand einer feststehenden Definition konkretisieren kann, oder nicht? Demnach müsste die Definition von Daten ungefähr wie folgt lauten:

„Digitale Daten stellen in der Informationstechnik, wie auch in der Informationstheorie diskret dargestellte Informationen dar.“

Daten jeglicher Form können also in digitalisierter Form für jedermann so aufbereitet werden, dass sie nicht nur von Computern, sondern auch von Menschen problemlos abgerufen und gelesen werden können. Leider gibt es im umgangssprachlichen Bereich in diesen Punkt ein großes Missverständnis, da man landläufig davon ausgeht, dass Digitale Daten aus Bildern Videos und digitalen Dokumenten bestehen. Sie sind aber viel mehr. Diese sind für die Datenwirtschaft aber relativ uninteressant. Viel interessanter sind die so genannten Metadaten. Diese Metadaten, auch Metainformationen genannt, entstehen bei der Nutzung von Computern sowie des Internets.

Zur Recht erfolgt an diesem Punkt die Frage, wie es möglich sein kann, dass diese doch recht sensiblen Daten als Ressource für Wirtschaftswachstum, als Handelsgut genutzt werden können. Das Problem besteht in der Tatsache, dass diese Daten keine Dinge im herkömmlichen Sinne sind. Deshalb ist es für den Laien unverständlich, wie sie zu einem Handelsgut werden können und wer überhaupt etwas damit anfangen kann.

Digitale Daten als wichtigstes Handelsgut unserer Zeit

Vermutlich bedarf es wesentlich mehr Informationen, um zu verstehen, warum Daten und Datenströme zu einem Handelsgut werden konnten. Hat es Ende des 20. Jahrhunderts einen Handel mit Adressen und Informationen der großen Versandhäuser und Handelsketten gegeben, werden diese Daten nur über die digitalen Datenströme ausgetauscht. Doch natürlich werden auch alle anderen Daten, die zuvor auf dem Papier archiviert wurden, nun in digitaler Form archiviert werden. Und da es wesentlich leichter ist, diese nun entsprechend zu verschieben, kann auch wesentlich einfacher damit gehandelt werden. So ist es kein Wunder, dass die Bits und die Bytes reguläre Güter und Dienstleistungen überholt haben und somit zum Haupthandelsgut unserer Zeit wurden.

Für viele mag dies verwunderlich sein. Schließlich können diese „Güter“ niemanden wirklich ernähren oder in mit lebensnotwendigen Informationen versorgen. Und doch sind die digitalen Daten die neue Basis auf der sich der globalisierte Weltmarkt bewegt.

Die eigentlich Daten sind für den Handel eigentlich egal. Viel wichtiger sind die Metadaten, die von jedem User, der sich im Internet aufhält, ebenfalls für den Fachmann ersichtlich sind. Sie zeigen, wie, wann und vielleicht sogar warum ein User bestimmte Websites besucht. Ebenso kann der Fachmann ersehen, welche Informationen er dort abgerufen hat.

Ja, es hört sich ein wenig wie BIG BROTHER an. Wer weiß, wie die Metadaten abgerufen und ausgewertet werden können, ist in der heutigen Zeit ein wichtiger Mitarbeiter. Denn er kann die Verbindung zwischen den unterschiedlichen Interessengebieten des User herstellen. Für einen Laien handelt es sich nur bedingt um logisch verfolgbare Daten.

Wozu benötigt ein Unternehmen digitale Daten, die nicht dem normalen Handelsprozess entspringen?

Nun, auch wenn ein Teil der Datenströme, die gehandelt werden, sich auf den eigentlichen Handelsprozess, den eigentlichen Kommunikationsprozess beziehen, gibt es auch Daten, die erst aus diesen beiden Prozessen entstehen.

Schauen wir uns einmal an, welche Daten etwa für einen Kauf bei Ebay oder Amazon von Nöten sind. Wohlgemerkt handelt es sich hierbei um Beispiele. Es könnte auch jedes andere Internet-Handelsunternehmen eingesetzt werden. Was also wird angegeben?

  • Vollständiger Name, Anschrift und in den meisten Fällen auch das Geburtsdatum
  • Unter Umständen die Bankverbindung oder eine andere Zahlungsmethode wie Kreditkarte oder PayPal
  • Im Anschluss wird oftmals nach einer Beurteilung des gesamten Service und der Abwicklung gebeten. Auch diese Daten sind sehr interessant für die Wirtschaft.
  • Es kann vielfach eine detaillierte Rezension abgegeben werden. Mit ihrer Hilfe können andere Kunden das Produkt beurteilen. Der Verkäufer / Hersteller kann ebenfalls seine Schlüsse daraus ziehen und eventuell Änderungen vornehmen lassen, in Bezug auf das Produkt wie auch die Kauf- und Lieferungsabwicklung.

Wie wir sehen können, sind diese Daten für viele Bereiche, vom Produzenten bis hin zum ausliefernden Fuhrunternehmen, sehr interessant. Viele Abläufe können durch dieses Wissen optimiert werden. Viele Fehler können ebenfalls aufgrund dieser Informationen behoben werden. Man kann es nicht leugnen: Das Tempo, mit dem diese Informationen beim Betreffenden ankommen, hat man früher nicht einmal andenken können. Heute sind dies nur Sekunden, bis man, rein theoretisch, bereits reagieren könnte.

Der globale Kampf um die Datenströme

Die Datenwirtschaft ist, wie wir gesehen haben, wichtig, um den internationalen Handel bestmöglich aufrecht zu erhalten. Daher ist es notwendig, immer bessere und schnellere Internetverbindungen zu schaffen. Doch nicht nur die Möglichkeiten für den schnellen Verkehr großer Datenmengen muss geschaffen sein. Es geht auch um staatliche Verordnungen und Gesetze sowie Abkommen zwischen den unterschiedlichen Staaten, damit alles nicht nur reibungslos abläuft, sondern auch noch rechtens ist. Sicherlich handelt es sich bei diesem Bereich der Datenwirtschaft um das Spielfeld der Politiker. Es ist ihr Job, die Gesetzmäßigkeiten für all dies zu schaffen. Dies ist nicht immer einfach, da jeder die Oberhand, die Kontrolle über eine möglichst große Datenmenge.

Zudem darf nicht vergessen werden, dass die gesetzlichen Voraussetzungen für den E-Commerce auch vieler unterschiedlicher Regeln unterworfen sind. Diese werden staatlich vorgegeben. Von Globalisierung kann diesbezüglich nicht einmal ansatzweise gesprochen werden. Vielmehr ist von einem Krieg im weitesten Sinne zu sprechen. Ein Ringen um die meisten Datenströme, um die größten Kapazitäten.

Nein, niemand hat gesagt, dass Globalisierung ein leichter Prozess sein wird. Niemand hat gesagt, dass er ausschließlich auf der Basis der Datenwirtschaft ausgetragen werden kann. Doch sollte man sich im Klaren darüber sein, dass dieser Fortschritt nicht so schnell ungeschehen gemacht werden. Braucht er auch nicht. Denn die Datenwirtschaft hat durchaus auch ihre positiven Aspekte. Allerdings ist es Augenwischerei, wenn man sich ausschließlich auf diese Daten stützen möchte. Es geht doch nichts über das gute, alte Handwerk und die Service-Leistungen, die ohne den Menschen einfach nicht möglich sind. Kombiniert mit der Datenwirtschaft jedoch, wird vielleicht etwas richtig Großes daraus. Etwas, das wir noch sehr lange als Basis nutzen können.